Der große innere Konflikt des Islam fand und findet vor allem ideologisch zwischen den Sunniten und Schiiten statt. Während die Sunniten unter "Zaheriye" (Vorderseite/Fassade) klassifiziert werden, werden Schiiten als Bateniye (Innenseite/Wesentlich) eingestuft. Der ideologische Konflikt ist sehr umfassend, auf die ich aber als Schiite versuche aus Rücksicht zu der sunnitischen Welt nicht näher einzugehen. Worum es mir hier geht ist den weltlichen Teil und die Hintergründe des Konfliktes zu veranschaulichen, wobei so etwas nie ganz ohne die Einbeziehung der Ideologie und der subjektiven Sicht möglich ist. Deshalb betone ich an dieser Stelle deutlich, dass der nachfolgende Text meinem Wissenstand und meiner persönlichen Auffassung entspricht und die absolut objektive Wahrheit nur der Allmächtige kennt.

Das Dilemma der Moslems fängt mit dem Tod des Propheten Mohammad (S.A.S) an. Während er noch im Sterbebett lag, saßen schon Menschen in der Nachbarschaft und stritten um seine Nachfolge. Die Schiiten sind der Auffassung, dass der Prophet selbst seinen Schwiegersohn ernannt hatte.(Überlieferungen und historische Berichte dazu lesen Sie bitte am Ende dieses Beitrages) Doch unabhängig davon hatten sie ein größeres Problem: Wie sollte die Nachfolge des letzten Propheten institutionell aussehen? Mit dem Tod des letzten Propheten (S.A.S.) war auch die direkte Führung der Gläubigen auf G_ttes Befehl gestorben. Jeder, der nach ihm behaupten sollte, er stünde mit G_tt direkt oder durch den Erzengel Gabriel in Kontakt, galt als abtrünniger Lügner und musste verstoßen werden. Nur durch "Vahy" Eingebung im Herzen, im Traumzustand und Entspannung des Seelenzustandes durch rhythmische Gebete wird der Kontakt zu G_tt auf Umwegen zum Teil anerkannt. Jedoch nicht, dass G_tt Sich direkt oder durch den Erzengel Gabriel (A.S.) jemanden offenbart und ihn dadurch zum Propheten macht.

Die islamische Welt stand dementsprechend vor einem Problem: Der Prophet (S.A.S) selbst war kein König. Er war kein Politiker. Im heiligen Koran wird er des öfteren "nur" der Überbringer der Botschaft genannt. Er zivilisierte eine Gesellschaft und führte sie weltlich durch 1. Davat (Einladung zum Glauben) 2. Beyat (Verträge! auch mit Anders- oder Ungläubigen!!!) Die Kriege fanden nach jahrelangem Erdulden der Tyrannei aus der Verteidigung heraus statt und der Prophet selbst missionierte nicht, da wir im Islam keine Missionierpflicht haben. Diese Gesellschaft wurde so erfolgreich, dass das Wort "Zivilisation" in unterschiedlichen Sprachen der islamischen Welt auf die damalige Stadt "Madina" zurückgeht. (persisch: Jameeye Madani) Doch die Zivilisation, die auf den Gehorsam der Einzelnen aufgebaut war, stand vor dem Zerfall! Damit er nicht zerfällt, sollte nach Ansicht einiger Ali (A.S.) die geistige Führung der Gesellschaft übernehmen und Nachfolge des letzten Propheten antreten (Velayat). Dies wurde aber von dem Teil, den wir als Sunniten bezeichnen abgelehnt und mit dieser Ablehnung begann die Geburt des politischen Islams, also die absolute Vermischung von Politik und Religion. Es ist vielleicht etwas schwierig nachzuvollziehen, denn später, als Ali (A.S) das Kalifat übernahm oder besser gesagt übernehmen musste, hat er die Erbschaft dieser Vermischung übernommen und in in seiner kurzen Regierungszeit weitergeführt, denn zu der Zeit war der Kalif nicht nur ein weltlicher, sondern auch ein geistlicher Führer. Es ist auch eine dünne Gradwanderung, denn jede Ideologie, die institutionell die moralische Regulierung einer Gesellschaft anpackt, ist auch automatisch politisch. Der Unterschied ist der, dass wenn ein Politiker ein guter Moslem ist und sich islamisch verhält und dem Geiste des würdigen Führers unterordnet, wird eine islamische Flagge auf seiner politischen Bühne unnötig und die Gefahr der Heuchlerei, Terrorherrschaft und sonstiges Ausnutzen der Religion für eigene Interessen und Zwecke geringer. Und die Geistlichkeit kann fern von der unreinen Welt der Politik und der Politiker distanzierte Moralvorstellungen und Werte vermitteln. Auch wenn sie der Politik und der Wirtschaft nicht passen sollte.

Da das Wort "Daulat" also Regierung kein einziges Mal im heiligen Koran vorkommt, standen sie nun vor einer weiteren Hürde. Wie sollte den Menschen ein islamischer Staat verkauft werden? Das Wort Kalif war die einfachste Lösung auf komplizierte Vorgänge, die die Welt im Guten wie im Schlechten nachhaltig verändern sollten. Es bedeutet Stellvertreter bzw. Nachfolger. Diese Institution hatte also schon mal einen Titel! Zunächst hieß sie "Khalifata` Rasoulol_ah" also Die Nachfolge des Propheten und später "Khalifat`Al_ah" also Nachfolge G_ttes. Erschwerend kam hinzu, dass nicht der Schwiegersohn des Propheten (S.A.S.) Ali Ibn Abitaleb (A.S.) sein Nachfolger wurde sondern sein Schwiegervater Abu Bakr (R.A.). Die Institution behielt unter ihm größtenteils zunächst nur den Charakter einer Verwaltung. Sein Nachfolger Omar brach mit einigen Traditionen. Unter anderem führte den Begriff "Amir al Momenin" Befehlshaber der Gläubigen ein und wurde zum militärischen Oberhaupt aller Gläubigen. Er fing Expansionskriege und das Missionieren an, um die Staatskassen zu füllen. Sein Militarismus und die Gier nach Weltlichem hat sich tief in das Gedächtnis der Iraner eingeprägt. Grabschändungen in Persepolis und Bücherverbrennung seiner Soldaten sind nur einige Beispiele aus der Zeit. Der dritte Kalif war Osman (R.A.) Er führte die Politik Omars fort, hatte jedoch nicht seine Härte. Er stammte aus einer Sippschaft, die anfänglich sehr stark den Propheten (S.A.S) bekämpfte. Als er wie auch die anderen Kalifen das Opfer eines Mordattentates wurde, kam es zur endgültigen Spaltung in der islamischen Welt.

Sein Nachfolger sollte endlich der gewünschte Schwiegersohn des Propheten Ali (A.S) werden und daher wurde er von vielen Sunniten als Mitschuldiger im Mordfall angesehen, was als höchst unwahrscheinlich gilt, da er sich unter anderem stets zurückhielt und mit den anderen Kalifen größtenteils kooperierte. Jedoch hatte mittlerweile die Führung der islamischen Welt schon Richtungen angeschlagen, die nicht im Sinne des Erfinders sein konnten. Er wechselte sofort viele Stadthalter, die sich dem Weltlichen verschrieben hatten. Das Symbol dieser neuen Entgleitung war ein Anhänger Osmans namens Maviye aus der Familie der Omayyiden. Er ließ sich in Damaskus einen grünen Palast aus Marmor einrichten, erkannte Alis Kalifat nicht an und liess sich selbst zum Kalifen ausrufen. Die Spaltung war perfekt und das Wort Kalif bekam mit ihm eine weitere Bedeutungsumwandlung. Zwar konnte Mawiye nach der Ermordung von Ali durch die Charidschiten seine Herrschaft unter den Muslimen durchsetzen und die Dynastie der Umayyaden begründen, doch wurde er von den Anhängern Alis weiterhin nicht als rechtmäßiger Herrscher anerkannt. Maviye fing die Verfolgung der Shiiten an und seine Nachfolger organisierten gar einen Geheimdienst von mehreren tausend Männern, um die schiitische Bewegung zu vernichten.Dem Begriff des Imam (geistiger Führer) wird der mittlerweile weiterentwickelte Begriff des Kalifen entgegengesetzt. Maviye hatte sich zum Kalifen und zum König (Malek) ausgerufen. Nach ihm wurde der Kalif als König von G_ttes Gnaden verstanden (Khalifata Al_ah). Die Tragik an der Geschichte ist die Opferung der Prophetenfamilie durch die sunnitischen Kalifen. 12 Generationen der Familie des letzten Propheten (S.A.S) wurden von seinen eigenen "angeblichen" Anhängern umgebracht. Es wurde sogar die Verfluchung Imam Alis (A.S.) von den Kalifen bei den Predigten befohlen.(Überlieferung der islamischen Historiker Tabari und Yaghoubi)

Viele Mitglieder der Prophetenfamilie flüchteten in den Iran und bekamen dort auch Zuflucht. Denn Iran wurde erstens nicht ganz von der Armee des Omars besiegt und zweitens genossen die besiegten Stadthalter bzw. Städte, die freiwillig zum Islam übergetreten waren, große Souveränität. Die Münzen der damaligen Zeit und spätestens zu der Zeit der Samanidendynastie verraten zum Teil die absolute Unabhängigkeit.

Die Iraner mischten doch vor den Samaniden in der islamischen Welt mit. So auch der Nationalheld Abu Moslem, der der Familie des Propheten(S.A.S.) an die Macht verhalf und sein "segenreiches" Erscheinen nach einer Überlieferung vom Propheten selbst vorausgesagt worden sein soll. Bei Wikipedia lesen wir den folgenden Text , wobei ich die folgende Korrektur hinzufügen möchte, dass einige Historiker der Meinung sind, Abu Moslem wollte nicht Al-Mansur, sondern seinem verfeindeten Bruder an die Macht verhelfen, was jedoch scheiterte:

747 begann Abu Muslim den Aufstand gegen die Umayyaden. Er gründete die Armee des Schwarzen Banners und besiegte zunächst den Statthalter Nasr ibn Sajjar in Khorassan. Daraufhin marschierte er in den Irak ein und besetzte Kufa wo Abu l-Abbas as-Saffah zum Kalifen ausgerufen wurde. Sein Sieg über Marwan II. in Damaskus beendete endgültig die Herrschaft der Umayyaden. So verhalf er den arabischen Abbasiden an die Macht, die ihn im Gegenzug zum Wesir von Khorassan ernannten. Abu Muslim wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer lebenden Legende, besonders bei den nicht-arabischen Muslimen. Noch 754 unterstützte Abu Muslim die Übernahme des Kalifenamtes durch Al-Mansur (754-775). So besiegte er dessen Onkel Abdallah, der ebenfalls Ansprüche auf den Kalifenthron geltend machte. Seine Macht und die große Beliebtheit in der Bevölkerung erweckte jedoch großes Misstrauen in den Reihen der Abbasiden. Unter ungeklärten Umständen wurde Abu Muslim im Jahre 755 auf Befehl des Kalifen Al-Mansur im Irak ermordet. Für seine Anhänger wurde er so zu einem Märtyrer - bis heute hin.

Abu Moslem war gebürtiger Isfahaner (einige schwächere Quellen sprechen von Balkh als seine Geburtsstadt) aus Zentralpersien. Über seinen gebürtig persischen Namen gibt es auch kontroverse Meinungen. Sicher ist, dass der Name "Abu Moslem" sein arabischer Rufname war. Da die unbesiegte nordöstliche Provinz "Khorasan" ein Schiitenhochburg jener Zeit war, zog er dorthin und wurde später als "Khorasani" berühmt. Später verlegte der Kalif Mamoun, Sohn des berühmten Kalifen "Haroun Al Rashid" und seiner persischen Frau, im Kampf der Araber und Iraner seinen Hauptsitz in den mittlerweile kooperierenden Schiitenhochburg Khorasan und macht Mashhad zur Hauptstadt der islamischen Welt. Mamoun gilt als der gerissenste Kalif unter den Abbasiden. Unter ihm erreichte das Kalifat der Abbasiden seinen kulturellen Höhepunkt. Er gründet das Haus der Weisheit und lässt griechische Werke, vor allem in den Bereichen der Philosophie, Medizin und Naturwissenschaften übersetzen. Er lädt nach seinen Umzug den 8. Imam der Schiiten, Imam Reza (A.S.), nach Mashhad ein und bietet ihm offiziell das Kalifat an, das der Imam jedoch ablehnt um den beschriebenen "Velayat" zu schützen. Jedoch nimmt der Imam den Platz des Stellvertreters vom Kalifen Mamoun ein und kümmert sich um die Besserstellung der Schiiten in der islamischen Welt. Einen schritt, den er dann mit seinem Leben zahlte. Für die Schiiten bleibt es bis heute ein Rätsel, warum der Imam diese Entscheidung traf! Die Politikschiiten versuchen ihren Machthunger mit diesem Beispiel zu legitimieren. Schaut man jedoch genauer hin bemerkt man, dass der Imam bei einer Inszenierung des Mamoun mitgemacht hat, um den Frieden zwischen den Schiiten und Sunniten wiederherzustellen, ohne die Idee von "Velayat" ganz aufzugeben, was jedoch mit dem Giftanschlag auf ihn scheiterte! Es war andererseits meiner Meinung nach ein "nationalistischer" Versuch Mamouns, die Iraner zu Herren der islamischen Welt zu machen bzw. ihnen eine erste Tür in diese Richtung zu öffnen. Mamoun stand durch seine persische Mutter und seinen engen Beziehungen zu den Iranern und den Kalifat-Beratern der Barmakiden eher unter der Beeinflussung des iranischen Geistes.

Die Barmakiden selbst, die einen adligen Stammbaum besaßen, kommen aus dem Nordiran. Über diese lesen wir bei Wikipedia:

Sie stammten von Zoroastriern (einer anderen Quelle nach waren sie Buddhisten) aus Balkh (heute in Afghanistan) ab, die bald nach der Eroberung des Ostiran durch die Muslime den Islam angenommen hatten. Seit der Machtergreifung der Abbasiden im Kalifat übernahmen sie wichtige Funktionen in der Steuer- und Heeresverwaltung.

Yahya konnte sogar zum Wesir unter Harun ar-Raschid aufsteigen (786-803). Er versuchte einen Ausgleich zwischen den arabischen und persischen Gruppen des Kalifats zu erreichen. Unter Yahya begann die kulturelle Blütezeit des Abbasidenkalifats. Die Gründe für seinen plötzlichen Sturz und seine Hinrichtung (803) sind unbekannt.


Über einen weiteren Nationalhelden der Iraner, der ironischer Weise in der Zeit von Mamoun gegen die Abbasiden kämpft, lesen wir bei Wikipedia:

Ba-bak Khorramdin (* 798 in Ardabil; † 4. Januar 838), persischer[1] Nationalist und Nationalheld aus Âdhurpâdegân, der heutigen Provinz Asarbaidschan im Nordwesten des Iran; gläubiger Zoroastrier und Führer der Sekte der Khorramiya-n (auch: Churamiten). Die Bewegung entstand nach der Ermordung Abu Moslem Khora-sa-nis, eines weiteren iranischen Nationalhelden, durch die abbasidischen Khalifen. Ba-bak (ursprünglich Pa-pak) bedeutet Väterchen und war wahrscheinlich nicht sein richtiger Name. 816 erhob sich Ba-bak in Âdhurpâdegân gegen das arabische Khalifat und konnte auch bald große Teile des westlichen Iran bis Esfahan unter seine Kontrolle bringen. Mehrere Feldzüge der Generäle Al-Mamuns konnten abgewehrt werden. Erst 835 gelang es dem abbasidischen General Afschin mit Hilfe türkischer Milizen Ba-bak Khorramdin aus weiten Gebieten des westlichen Iran zurückzudrängen. Mit der Eroberung der Festung al-Badd 837 war der Aufstand niedergeschlagen. Ba-bak Khorramdin gelang zwar die Flucht nach Armenien, doch dort wurde er von Afschin an abbasidische Truppen verraten und am 4. Januar 838 hingerichtet.

Interessant dabei ist es, dass sich dabei Iraner gegenseitig bekämpfen! Es handelt sich -wenn man so möchte- um einen inneriranischen Konflikt, der sich auf die gesamte islamische Welt übertrug und sie nachhaltig veränderte. Auch der genannte General Afshin der Abbasisden ist iranischer Abstammung!

Andere iranische Stämme wie die Bujiden und die Ziyariden nahmen ebenfalls großen Einfluss auf das Kalifat. Doch mit dem Fortschreiten der Spaltung in der islamischen Welt und die Ablehnung des Kalifen durch die Schiiten, veränderte sich auch die Institution Kalifat zunehmend. Aus der Zeit der Abbasiden sehen wir z.B. Münzen, die auf der einen Seite mit dem Begriff "Kalif" und auf der anderen Seite den persischen Begriff der vorislamische Königsdynastie "Shahanashah" aufzeigen. Kleinere Gebietshalter, die "Sultan" genannt wurden, profitierten auch immer mehr von der Schwächung der Zentralverwaltung. Der Kalif wurde immer mehr zum geistigen Führer der Sunnitenwelt ohne Anspruch auf das Weltliche. Eine islamische Überlieferung musste für die Sultane wahrscheinlich erfunden werden, in der angegeben wurde, dass Sultane "Zal al_ah" bzw. der Fluchtort für die Schwachen auf der Welt sein sollten und auch aus dem heiligen Koran wurde die Stelle 3:26 für die Legitimation der Macht der Sultane übernommen, in der G_tt verkündet, dass Er jedem die weltliche Regierungmsacht zukommen lässt, dem Er will. Während bei den Gebeten der Name des Kalifen neben dem G_ttes und seinen letzten Propheten erwähnt wurde, verlangten die Sultane immer mehr und stärker auch die Erwähnung ihrer, was jedoch von den Kalifen abgelehnt wurde. Dieser ständige Kampf dauert bis zu den Sturm der Mongolen an.

Auf der schiitischen Seite fing Jahrhunderte später mit dem Aufkommen der Safawiden und die Verkündung des schiitischen Islams als die Staatsreligion im Iran eine Bewegung an, die eine Antithese zu den Anfängen der schiitischen Ideologie bildete. Sie war eine Art Reaktion auf die sunnitische welt, die durch die Osmanen das zum größten Teil entpolitisierten Kalifat wieder zu einem Politikum machte. Die Osmanischen Könige sahen sich plötzlich nicht nur als Sultane, sondern auch als Kalifen an. Als Gegenzug entstand im Safavidischen Iran "Morschede Kamel" der perfekte Leiter, was eine Kreuzung zwischen dem weltlichen iranischen Königtum "Shahanshahi" und die schiitische Geistlichkeit darstellte. In dem Aufrug zum Gebet wurde der folgende Satz hinzugefügt: Ich bezeuge, dass Ali (A.S.) "Amiralmomenin" also Befehlshaber über die Gläubigen und ihr "Vali" der geistige Führer der islamischen Gesellschaft ist. Eine Veränderung der Ursprünge des schiitischen Glaubens fing an, die leider bis heute noch bei einem Großteil der Schiiten andauert. Der selbsternannte geistige Führer der Schiiten betitelt sich selbst nun als Imam der Schiiten der Welt. Die gleiche Klicke hätte noch vor der politischen Machtübernahme im Jahre 1979, jeden wie ein abtrünniger Bahai behandelt, der diesen Titel nur auszusprechen wagte. Denn dieser Titel ist nach schiitischer Auffassung bis zum Auftauchen des verschollenen zwölften Imams, der im 9. Jahrhundert verschwand, unantastbar (Messianismus) . Auch ideologisch wurden viele Bräuche von Heiden, Zarathustriern, Juden und Christen übernommen. Schwachsinnige Erzählungen wie z.B., dass der Erzengel Gabriel eigentlich zu Imam Ali (A.S.) wollte, den Weg jedoch verfehlte, dass er eigentlich der heilige Georg sei oder wie sich der Imam in der Gestalt eines Löwen zeigte, machten plötzlich die Runde. Parallel waren und sind solche Einflüsse auch bei den Sunniten bis heute zu sehen, auf die ich aus Respekt vor ihnen nicht eingehen möchte, sondern eher Selbstkritik verüben darf. Am Ende vielleicht noch ein symbolisches Beispiel für den Einfluss aus dem Judentum


       

Überlieferungen

Imam Ahmad überliefert in seinem Musnad (Vol.4 S.281), dass Bara ibn Azib sagte: "Wir waren mit Rasulallah. Wir ließen uns bei Ghadir Khumm nieder. Es war Zeit für das Gemeinschaftsgebet. Ein Platz unter zwei riesigen Bäumen wurde für Rasulallah sauber gefegt. Er verrichtete das Mittagsgebet und ergriff die Hand von Ali und sprach: "Wisst ihr, dass ich mehr Macht besitze über das Leben der Gläubigen als der Gläubige über sich selbst?" "Ja, hast du" ,erwiderten sie. […] Dann nahm er die Hand von Ali und sagte: Ali ist der Herr über alle, über die ich Herr bin. O Allah! Lieben wird ihn, jeder der mich liebt und hassen wird ihn jeder, der mich hasst." Bara ibn Azib sagte: "Dann kam Umar zu Ali und sagte: "Gratuliere, Sohn des Abu Talib! Nun bist du der Gebieter aller gläubigen Männer und Frauen geworden!"

Sunnitische Referenz:
1. Musnad Ahmad Ibn Hanbal, v4, p281
2. Tafsir al-Kabir, by Fakhr al-Razi, v12, pp 49-50
3. Mishkat al-Masabih, by al-Khatib al-Tabrizi, p557
4. Habib al-Siyar, by Mir Khand, v1, part3, p144
5. Kitabul Wilayah, by Ibn Jarir al-Tabari
6. al-Musannaf, by Ibn Abi Shaybah
7. al-Musnad, by Abu Ya'ala
8. Hadith al-Wilayah, by Ahmad Ibn `Uqdah
9. Tarikh, by Khatib al-Baghdadi, v8, pp 290,596 from Abu Hurayra
10. […]

Einige historische Berichte

Ein bekannter Historiker, Ibn Khawand Shah, (gestorben 903 n.d.H.) auf Seite 173 des 1. Bandes seines Buches "Rawzatus Safaa" und noch ein anderer berühmter Historiker, Ghias Uddin (gestorben 942 n.d.H.) auf Seite 144 Bd. III seines großen Werkes "Habibus Siyar" schreiben: "Als die Versammlung, die in der ruhigen und beglückenden Atmosphäre der Offenbarung abgehalten wurde, endete, machte der Heilige Prophet (S.A.S.) Imam Ali (A.S.) einen Sitzplatz in einem besonders aufgeschlossenen Zelt und befahl den Muslimen, Gruppe für Gruppe vorzutreten und Imam Ali (A.S.) zu seiner Nachfolge zu beglückwünschen. Als die Männer ihre Grüße beendet hatten, befahl der Apostel Gotte (S.A.S.) seinen verehrten Frauen, ihre Glückwünsche darzubringen."

Abu Bakr, Ornar, Othman, Talha und Zubair ergriffen als erste die Hand Alis und schworen Gefolgschaft. Ihnen folgten einer nach dem anderen die Muhadschirun (Auswanderer) und Ansar (Helfer), dann die übrigen Versammlungsteilnehmer, die die Treue schworen und Ali zu seiner Ernennung als Führer der Gläubigen gratulierten. Diese großartige Feier dauerte drei Tage lang. (Kitabul Wilayah von Mohammad bin Jarir Tabari, gest.310) Abu Hamid Ghazali (gest.505 n. d. H.) überlieferte die Worte, die Omar bin Chattab zum Zeitpunkt der Grüße sprach. Sie lauten folgendermaßen: "Du Ausgezeichneter! Wie glücklich du bist, Vater Hassans. Nun bist du Herr über mich sowie über alle Muslime geworden." ("Sirrul Alamain" Seite 9). Hafiz Abu Bakr Khatieb Bagdadi (gest.463 n.d.H.) hat diese Worte in seinem Buch über die Geschichte ebenso zitiert. Gibt es noch andere Überlieferungen über die Ernennung Imam Alis (A.S.) zum Nachfolger des Propheten (S.A.S.)?

Allahs Gesandter (S.A.S.) sprach: "Wer sich wünscht, so zu leben und zu sterben wie ich und im Garten Eden, den mein Herr bepflanzt hat, zu wohnen, der möge nach mir Ali und seine Gefährten unterstützen und meiner Ahl-ul-Bayt folgen, denn sie sind meine Nachkommen, mir gleich erschaffen und mit meinem Verstand und Wissen ausgestattet. Wehe denen aus meiner Gemeinde, die sie verleumden und ihre Nähe zu mir leugnen! Möge Allah jenen meine Fürbitte verwehren!"

Sunnitische Referenz:

1. Al-Mustadrak von al-Hakim, B. 3, S. 128
2. al-Jami' al-Kabir von al-Tabrani
3. al-Isaba von Ibn Hajar al-Asqalani
4. Kanz al-Ummal, B. 6, S. 155
5. al-Manaqib von al-Khawarizmi, S. 34
6. Yanabi' al-Mawadda von al-Qunduzi, S. 149
7. Hilyat al-Auliya, B. 1, S. 86
8. al-Tarikh von Ibn Asakir, B. 2, S. 95
9. […]

Rasulallah (S.A.S.) sprach: "Ali zu lieben, ist Glauben, und ihn zu hassen, ist Heuchelei."

Sunnitische Referenz:

1. Sahih Muslim, B. 1, S. 61
2. Sunan al-Nesai, B. 6, S. 117
3. Sahih al-Tirmizi, B. 8, S. 306
4. […]

Das Siegel der Propheten (S.A.S.) sagte: "Ich bin die Stadt des Wissens, und Ali ist ihr Tor."

Sunnitische Referenz:

1. Sahih al-Tirmizi, B. 5, S. 201
2. Mustadrak al-Hakim, B. 3, S. 126
3. […]

Tirmizi überliefert diese Worte vom Propheten (?): "Ali ist der Gebieter jedes Gläubigen nach mir."

Sunnitische Referenz:

1. Musnad Ahmad Ibn Hanbal, B. 5, S. 25
2. Mustadrak al-Hakim, B. 3, S. 134
3. Sahih al-Tirmizi, B. 5, S. 296
4. […]

Al-Hakim, Ahmad Ibn Hanbal und andere Gelehrte berichten über die Kamelschlacht folgendes: Wir waren auf dem Feldlager von Ali (?) am Tag der Kamelschlacht, wo Ali nach Talha rief, um mit ihm (bevor der Krieg begann) zu reden. Talha kam und Ali sagte ihm: "Ich bitte dich bei Allah! Hast du nicht gehört, als der Prophet (?) sagte: "Wessen Mawla (Führer, Herr, Nachfolger) ich bin, dessen Mawla ist auch Ali. Oh Allah, lieb die, die ihn lieben und lehne die ab, die ihn ablehnen?" Talha sagte daraufhin: "Ja." Ali (?) sagte: "Warum willst du dann gegen mich kämpfen?"

Sunnitische Referenz:

1. al-Mustadrak, by al-Hakim, v3, pp 169,371
2. Musnad Ahmad Ibn Hanbal, on the authority of Ilyas al-Dhabbi
3. Muruj al-Dhahab, by al-Mas'udi, v4, p321
4. Majma' al-Zawa'id, by al-Haythami, v9, p107
5. […]

Abd al-Rahman Ibn Abu Laylah berichtet: Ali (?) sagte bei der Ebene von Rahbah: "Ich bitte euch im Namen Allahs. Wer von euch am Tag von Ghadir diese Worte vom Propheten ("Ali ist der Mawla über die ich Mawla bin.") gehört hat, soll aufstehen und es bezeugen. Die anderen, die keine Augenzeugen waren, brauchen nicht aufzustehen." Daraufhin standen 12 solcher Gefährten auf, die bei der Schlacht von Badr bereits gekämpft hatten. Ich erinnere mich noch gut an das Ereignis.
Sunnitische Referenz:

1. Musnad Ahmad Ibn Hanbal, v1, p119, see also v5, p366
2. Khasa'is, by al-Nisa'i, pp 21,103, narrated similar to above on the authority of three others:
Umayah Ibn Sa'd, Zaid Ibn yathigh and Sa'id Ibn Wahab.
3. […]