Einige Jahre vor der islamischen Revolution, zu einer Zeit in der niemand einen Umsturz und gar eine sogenannte islamische Revolution ahnte, gab es ohne einen ersichtlichen Grund eine Konvertierungswelle iranischer Juden zum Islam. Einer der Familien hieß Saborjian. (s. Wikipedia). Nach der Konvertierung nahm die Familie keinen geringeren Namen an, als den nun mittlerweile weltberühmten "Ahmadinejad"! Herr Khazali, der die Biographie dieser Familie veröffentlichte, wurde festgenommen, soll vor kurzem jedoch wieder frei gelassen worden sein.
Die Frage der Macht
Nach der islamischen Revolution glich die Militarisierung des Landes dem Nazideutschland. Eine Gruppe, die im wesentlichen zu diesen Verhältnissen beitrug, heißt "Hojjatieh". Diese Sekte, dessen Chefideologe "Mesbahe Yazdi", der in seinem Aussehen sowie seiner Ansichten glatt als ein Endzeit-Rabbi durchgehen könnte, infiltrierte das neue Regime von Innen und besetzte wichtige Schlüsselpositionen mit eigenen Leuten.
Bis heute ist sogar dem System selbst ihre Organisation und finanziellen Strukturen weitgehend verborgen. Man weiss nur, dass ihre staatlichen Einkünfte sich während der Amtszeit von Ahmadinejad verzwölffacht haben. Zu dieser Sekte gehört auch der jetztige Putsch-Präsident Ahmadinejad. Der Chefideologe kann aber auch in diesem verwirrenden Spiel tatsächlich ein gerissener Antisemit sein: Er beschreibt in seinen Texten, wie er dem zwölften verschwunden Imam der Schiiten (der nach schiitischem Glauben am Ende der Zeit gemeinsam mit dem Messias zurückkehren soll) den Weg ebnet. Er sagt seine Wiederkehr für das Jahr 2012 in der Provinz Khorasan voraus. Das üble an seinem Spiel ist es, dass es in einigen sehr alten islamischen Überlieferungen heißt, iranische Juden würden den Antichristen aus Khorasan hervorbringen und ihn als Messias der Welt zu verkaufen wissen. Diese Überlieferungen dürften auch dieser Sekte nicht unbekannt sein. Also bleibt die Frage offen, warum eine solche Inszenierung zum jetzigen Zeitpunkt auf die Beine gestellt wird?
Neben dieser Sekte gibt es noch drei weitere Kräfte, die man erfolgreich über Jahre gegen einander aufgespielt hat: Die konservative Geistlichkeit mit dem obersten Geistlichen Führer an der Spitze, die Revolutionsgarden und die wirtschaftsliberalen Mullahs, zu deren stärkster Vertreter der frühere Präsident Rafsanjani gehört.
In den Achtzigern hatte Rafsanjani als Präsident während des Iran-Irak Krieges den Oberbefehl über die Armee. Er war derjenige, der nach Khomeinis Tod Khamenei an die Macht verhalf und das Amt des dem Führer ergebenen Ministerpräsidenten durch das Amt eines dem Parlament ergebenen Präsidenten ersetzte. Khamenei und die konservativen geistlichen Kräfte wandten sich bald jedoch ab. Ein Jahr nach seiner Wahl zum Führer, nahm Khamenei den Oberbefehl über die Streitkräfte in die Hand und schwächte damit die Liberalen Kräfte, die sich von nun an auf die wirtschaftlichen Schlüsselpositionen des Landes konzentrierten.
Im Gegenzug wurden die Revolutionsgarden stärker in die Wirtschaft einbezogen. Liberale erhofften durch die Zusammenlegung des Militärs mit den Revolutionsgarden zur Zeit Präsident Khatamis, diese Institution besser unter Kontrolle zu bekommen. Die Konservativen versuchten ihrerseits durch die Bildung von drei Kontrollgremien, Militärrat, Führerrat und den Rat der Geistlichkeit ebenfalls dieses riesige Militärapparat unter Kontrolle zu halten. Jedoch hat auch dieser Versuch größtenteils fehlgeshlagen: Neben dem Militärrat haben die Revolutionsgarden auch den Rat der Geistlichkeit unterlaufen, in dem sie eigene Mullahs ausgebildet und dort eingesetzt haben. Und der Vertreter des geistlichen Führers spricht eher von unten nach oben, im Gegensatz zu dem was ursprünglich gedacht bzw. geplant war. Mittlerweile ist das Militär zum Staat im Staate geworden: Es hat eigene Firmen, Banken, Gefängnisse, Krankenhäuser, Politiker, Geistliche, Geheimdienste usw… Es sollte einem nicht überraschen, dass der erste Besuch Ahmadinejads nach seinem Wahlputsch dem Militärgeheimdienst galt.
Ahmadinejad sprach sogar einmal vor seiner ersten Wahl von Entfernung der Geistlichkeit von der politischen Bühne und von einer zweiten Revolution. In einem bei Youtube veröffentlichten Video berichtet er sogar seinem Chefideologen sogar davon, dass der erste Teil der Beendigung von Demokratisierungsprozessen erledigt sei und nun der schwierigere Teil anfinge.
Der oberste geistliche Führer Khamenei mutiert in diesem Spiel immer mehr zum Mittel zum Zweck. Wenn sich erst die ganze Macht auf seine Institution konzetriert hat, werden die Militärs, und hinter ihnen die genannte Hojjatieh-Sekte, höchstwahrscheinlich ein leichtes Spiel mit seiner Eliminierung von der politischen Bühne und einer Machtübernahme haben, wenn er nicht nach den Regeln dieser Sekte spielen würde. Zum jetztigen Zeitpunkt ist eine Machtübernahme nicht effektiv genug, da dies die Übernahme nur eines Teiles der politischen Macht im Iran wäre. Erst die Übernahme der absoluten Macht wird dieser Sekte Tür und Tor für ihre schändlichen Pläne für die Zukunft des Irans aber auch der Menschheit öffnen.
Die Exiliraner mögen sich bei der Absetzung der liberalen Kräfte zunächst freuen und einen Kampf innerhalb des Systems feieren, jedoch übersehen sie, dass das, was dem Land danach blüht, eine derartige Katastrophe sein wird, die als einmalig in der iranischen Geschichte zu bewerten wäre. Diese Sekte agiert wie ein Parasit, der nicht nur das verhasste Mullahregime von Innen zerfrisst, sondern auch das ganze Land. Es wird die ausländischen Kräfte gegen die Souveränität des Iran mobilisieren, das ganze Land in Schutt und Asche legen und den Iran wieder politisch für mehrere Jahrzehnte in die Vergangenheit katapultieren. Hinzu kommt noch, dass die Zukunft Irans und vielleicht der Menschheit nach dieser Katastrophe unvorsehbar bleibt und nach jetztigen Zeichen, als sehr gefährlich einzustufen ist.
Diese Gefahren und der absolute Machtverlust war sicherlich auch von den sogenannten Liberalen Kräften innerhalb des Systems ebenfalls nicht hinnehmbar. Während der letzten Amtszeit von Ahmadinejad haben sie es geschafft, die Politik des Putschmarionetten in einem sehr wichtigen Punkt zu neutralisieren: Ahmadinejad versuchte krampfhaft ein homogenes Bild der iranischen Nation nach Aussen zu präsentieren, was den meisten ausländischen Medien ein willkommenes Geschenk war. Er verteilte sogar Almosen ans Volk, um es so auf seine Seite zu ziehen. Da die Liberalen nun mal die Wirtschaft größtenteils beherrschen, haben sie durch die Verteuerungspolitik dieses Vorhaben untertwandert und große wirtschaftliche Unzufriedenheit, die man der Regierung Ahmadinejads zuschreibt, verursacht. Ein Beispiel dafür ist, dass man Fleisch für ungefähr 2 Euro pro Kilo importiert, im Innenmarkt jedoch für ca. 10 Euro verkauft. So geht es auch in vielen anderen Bereichen, um die Armutsgrenze zu erhöhen. Als letzten Schritt starteten sie nach den Wahlen die Konfrontation auf den Strassen, um das homogene Bild der Iraner endgültig zu zerstören und ein pluralistisches Bild vom Iran der gesamten Welt zu vermitteln.
Für die Zukunft des Landes haben sie nun das Folgende geschafft: Ahmadinejad kann die nächsten vier Jahre politisch nicht überleben, da er weder national noch international die Legitimation eines Volksvertreters besitzt. Kein Politiker der westlichen Welt wird sich nun vor ihren Bürgern und vor allem vor der Geschichte verantworten können, wenn er den Versuch eines Dialogs mit der Regierung Ahmadinejads, aber auch eines Krieges gegen die iranische Bevölkerung unternehmen sollte. Es muss jedoch was geschehen, denn der Westen drängt auf eine langfristige Lösung der Energieversorgung Europas. Das Nabucco- Projekt einerseits, und das von den Liberalen und von Teilen der westlichen Welt wie den Italienern bevorzugte Projekt des Persischen Pipelines andererseits, drängen auf eine baldige politische Veränderung innerhalb iranischer Grenzen. Zusätzlich ist es nach den letzten Ausschreitungen auch in den Reihen der Revolutionsgarden zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, die den Plänen der genannten Sekte weitgehend durchkreuzen. Darüber hinaus setzen Rafsanjani und Co täglich alle Kräfte sehr erfolgreich daran, um die Geistlichkeit in den Städten Ghom und Mashhad für ihre Sache zu mobilisieren und ihr politisches Gewicht, auch mit dem Volk auf ihrer Seite, mehr denn je zu erheben. Das Wahrscheinlichste wird dann sein, dass Ahmadinejad entweder selbst durch irgendwelche Ausreden wie Krankheit die politische Bühne verlässt, oder gar einem Terroranschlag zum Opfer fällt oder durch einen an die Öffentlichkeit gebrachten künstlichen Streit mit dem Geistlichen Führer abgesetzt wird, damit dieser noch irgendwie Gesicht bewahren kann.
Danach werden die Liberalen, nach all dem was im Namen der Freiheit und der grünen Bewegung auf den Strassen Irans geschehen ist, auch nicht mehr so weiter machen können, wie sie es in den letzten dreißig Jahren taten. Was diesen Aufstand so einmalig macht, ist die phänomenale Tapferkeit der Menschen, die trotz des Massakers nicht nachgeben. Vorallem aber hat die Welt noch nie Vollblut-Demokraten aus besseren Schichten erlebt, die sich nicht zu Schade sind, wegen Forderungen ihrer grundsätzlichen Rechte auch mal zu Steinen zu greifen und einem übermächtigen Feind aus den unteren Bildungsschichten (mit israelischen Sicherheitsmethoden) gegenüber zu treten und auch ihr Leben für ihre Werte, ihr Land und ihre Mitmenschen selbstlos zu opfern! Aufbauend auf das Blut dieser Helden, wird es große Veränderungen im Iran geben. In vier Jahren wird nichts mehr innerhalb des Landes so sein, wie es heute oder in den letzten dreißig Jahren war. Es sei denn, dass die Hardliner durch ausländische Hilfe gestärkt werden. Sollten Ahmadinajad und seine Äusserungen tatsächlich ein kluges politisches Manöver der israelischen Aussenpolitik durch den Aufbau oder Einflussnahme auf die Hojjatieh-Sekte gewesen sein, könnte ein israelischer Militärschlag auf die Atomanlagen Irans zur Dynamik und Geschwindigkeit der Militarisierung beitragen, und Zustände wie in den 80ern schaffen, aus denen nur die Hardliner letztlich profitieren. Denkbar ist es, denn Ahmadinejad hat mit seinen dämlichen Äusserungen den Zionisten große Hilfe auf der politischen Weltbühne zukommen lassen. Eine UN-Resolution gegen das israelische Atomprogramm, bei der erstmalig auch die USA kein Veto einlegen wollten, liegt beispielsweise nach den politisch unverständlichen Holocaust-Leugnungen Ahmadinejads bis heute auf Eis. Innenpolitisch hat diese Sekte nun durch ihre Mörderbande den letzten Rest die Iraner dazu gebracht, den Islam als etwas übles anzusehen, der nur dazu dient, Menschen das Leben zu erschweren und Ihnen alles - sogar das Leben - zu berauben. Dass die islamische Lehre und die schiitische Glaubensrichtung - im Gegenteil zu den Folgen der Instrumentalisierung dieses Glaubens - eine wundervolle kulturelle Bereicherung ist, kann kaum noch jemand fühlen.
Auch wenn es sehr sarkastisch und paradox klingt: Die Iraner sollten lieber nicht darauf hoffen, worauf sie alle gemeinsam in den letzten dreissig Jahre gehofft haben. Ein schneller Wechsel kann fatale politische Auswirkung für das Land haben. Es muss vom Innen des Systems aus durch geduldige Reformen geschehen, damit die Iraner in den nächsten zwei bis zwanzig Jahren ans Ziel gelangen: An freiheitlichen, souveränen und aufstrebenden Iran!